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Austauschfahrt nach Poznań 2025
Neun Holstenschüler*innen hatten im Rahmen des Austauschs mit unserer Partnerschule in Poznań vom 13. bis zum 17. Oktober die Möglichkeit, unser Nachbarland Polen aus einer familiären Perspektive kennenzulernen.
Die Ankunft mit dem Zug und die Begrüßung auf dem Bahnsteig ist immer ein spannender Moment und es stellt sich die Frage, wie man sich wohl mit seinem Partner/seiner Partnerin versteht. In der deutsch-polnischen Austauschgruppe war das Eis jedoch schnell gebrochen und schon nach dem leckeren Begrüßungsessen und den Kennenlernspielen in der Schule am ersten Tag war die Stimmung gelöst und freundschaftlich.
Aufgrund des Lehrertags in Polen, bei dem die Lehrer (und Schüler) frei haben, ergab sich eine Programmänderung und wir sind gleich am ersten Tag nach Gniezno, der ersten Hauptstadt Polens, gefahren. Die Stadt ist historisch sehr bedeutend und wir konnten bei den Besuchen der Erzkathedrale und eines geschichtlichen Museums tief in die polnische Geschichte, die immer auch deutsch-polnische Geschichte ist, eintauchen. Hoch ging es zunächst auf den Kirchturm, von dem aus wir einen weiten Blick über die Stadt und das Umland genossen. Im historischen Museum der Stadt wurde uns dann die komplizierte polnische Geschichte von einem sehr engagierten Dozenten äußerst lebendig und verständlich nähergebracht. Die Namen Mieszko I. und Bolesław I. werden wir so schnell nicht vergessen. Aber auch die neuere Geschichte in Form der deutschen Besetzung Polens und des Holocausts war ein Thema.
Der folgende Tag war ebenfalls unterrichtsfrei und so fuhren wir mit unseren Austauschpartner*innen zu dem Schloss Kórnik, das von seinem letzten Besitzer 1924 dem polnischen Volk vermacht wurde und seitdem als Museum dient. Mit seiner weitgehend original erhaltenen, beeindruckenden Innenausstattung und einer sehr kundigen Führung wurde auch hier die Geschichte lebendig und viele deutsch-polnische aber auch europäische Verbindungen wurden sichtbar.
Natürlich konnte auch ein Besuch in der Schule, um das Erlebte zu reflektieren und unsere besondere Partnerschule mit ihrem musikalischen Fokus kennenzulernen, nicht fehlen und der dritte Tag stand also ganz im Zeichen der Stadt Poznań. Neben dem Besuch der Schule standen zwei Stadtführungen auf dem Programm. In der ersten, die ein polnischer Geschichtskollege durchführte, sahen wir die alte Synagoge auf dem Weg zur Dominsel. Unser polnischer Kollege berührte die Gruppe mit seiner sehr persönlichen Art der Ansprache, in der er auch aktuelle Probleme wie fake news, zunehmenden Hass und Populismus thematisierte und damit ein starkes Plädoyer für europäische Werte hielt. Im Verlauf der zweiten Stadtführung sahen wir die legendären Ziegenböcke im Rathaus und erfuhren von der Geschichte der fränkischen Immigration in Poznań. Bei einem lustigen Bowlen klang das gemeinsame Programm aus und am folgenden Tag kam es zu einem emotionalen Abschied der Schüler*innen am Hauptbahnhof. In wenigen Tagen ist die Gruppe gut zusammengewachsen und wir freuen uns sehr auf den Gegenbesuch der polnischen Gruppe im Juni 2026 an der Holstenschule.
Text und Fotos: J. Richter






